Alkohol am Arbeitsplatz
Betriebliche Alkoholprävention ist Gesundheitsthema, Fürsorgepflicht, Kostenthema, Qualitätsthema, Sicherheitsrisiko oder kein Thema (für einige wenige). Es besteht oft ein Alkoholverbot und es gibt Gesetze zum Thema - dennoch sind Probleme damit sehr häufig anzutreffen.
Allgemeine Betrachtung
Alkohol ist eine psychotrope Substanz, mit der die Menschheit viele und gute Erfahrung hat, aber auch traurige und schwere Schicksale erzeugt.
Alkohol ist Kulturgut, Genuss- und Suchtmittel zugleich, in jedem Fall ist dessen Konsum hoch gefährlich in Zusammenhang mit dem lenken bzw. steuern kraftgetriebener Maschinen und der Ausführung hochsensibler und verantwortungsvoller Arbeit.
Einige Zahlen, Daten und Fakten:
- In Österreich (Europa) sind 5 % der erwachsenen Bevölkerung alkoholabhängig oder anders ausgedrückt.
- 360.000 ÖstereicherInnen haben diese Krankheit.
- Forschungsergebnisse zeigen, dass Alkoholsüchtige ihren Leistungspegel nicht über 75% im zeitlichen Längsschnitt steigern können.
Ein Beispiel:
ein Betrieb mit 480 Mitarbeiter könnte im Wert von € 125.000,- jährlich, mehr an Arbeitsleistung mehr bekommen. - Jeder dritter Arbeitsunfall ist alkoholbedingt.
Möglicher Ansatz
Für die betrieblichen Belange geht es um Lösungen die den Arbeitskontext betreffen, dabei sind alle anderen, persönliche oder soziale, Aspekte interessant, letztendlich geht es darum, dass Arbeit in guter Qualität, zum richtigem Zeitpunkt, erledigt wird. Vor diesem Hintergrund sind fünf Ansätze wichtig:
Ein Handlungs- und Kommunikationskonzept zur Vorgehensweise im Betrieb, in Abstimmung mit der Belegschaftsvertretung.
Reduzierung der verfügbaren Menge und Etablierung einer Trinkkultur ohne alkoholische Getränke.
Eine Betriebsvereinbarung mit klare Regeln und Handlungsanleitungen für Führungskräfte zur aktiven Grenzsetzung und Vorgehensweisen bei aktuellen Anlassfällen.
Eine Struktur zur Hilfe für Problemfälle (Betriebsarzt und/oder externe Helfer).
Schulung aller Führungskräfte im Umgang mit alkoholauffälligen Mitarbeitern.
Dieser mehrfache Ansatz hat zum Ziel, Missbrauch zu unterbinden und Abhängige in Behandlung zu bringen, damit diese effiziente Hilfe bekommen.
Zahlreiche Belege zeigen, dass Verbote zwar vordergründig Wirken, das Problem jedoch nicht nachhaltig lösen, sondern Verdrängung und Verleugnung erzeugen.
Nutzen
Die Implementierung eines Programms zur betrieblichen Alkoholprävention zeigt Wirkung. Das Ergebnis ist bei den Gesundheits- und Sicherheitsdaten, der Arbeitsqualität und den Kosten zu bemerken.
Das Geheimnis erfolgreicher Präventionsprogramme liegt in einer ausgewogenen Vorgangsweise von konstruktiver Hilfe für Abhängige, bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema und klarer Ausrichtung des Betriebes.
Der Nutzen für jeden Betrieb, welcher diesen Aufwand betreibt, ist wahrnehmbar im Image, der Kultur und in der Leistungsfähigkeit – dies zählt ganz klar zu den Vorteilen im Mitbewerb am Markt.
mit freundlichen Grüßen
Erich Sturmair