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Beitrag 04/09

by Erich Sturmair last modified 2009-04-19 16:59

Kostenfaktor -- Alkohol am Arbeitsplatz !!

Betriebliche Alkoholprävention ist Gesundheitsthema, Fürsorgepflicht, Kostenthema, Qualitätsthema, Sicherheitsrisiko oder "kein Thema" - für einige wenige. In vielen Firmen gibt es ein Alkoholverbot, das Arbeitnehmerschutzgesetz verbietet dem Arbeitnehmer unter dem Einfluss beeinträchtigender Substanzen zu arbeiten und dennoch sind Probleme mit Alkohol am Arbeitsplatz sehr häufig und intensiv.

In Österreich sind rund 5% der Menschen alkoholabhängig. Die Mitarbeiterstruktur eines Unternehmens, folgt im Regelfall einer Normalverteilung. Bei 5% Alkoholkranken lässt sich leicht errechnen wie hoch der monetäre Verlust an Lohn und Gehalt ist. Man kann von einem Anteil in der Höhe von 1,25% der Lohn- und Gehaltssumme ausgehen. Dies ist eine Untergrenze, da keine Opportunitätskosten wie unmittelbare Schadenskosten, Fehler bei der Arbeit, vermehrte Kurzkrankenstände, Kundenreklamationen, Imageverlust usw. berücksichtigt sind.

 Alkohol ist eine psychotrope Substanz, mit der die Menschheit viele und gute Erfahrung hat. Er trägt dazu bei, dass man sich wohl fühlt, in gute Stimmung kommt und manche Dinge lockerer sieht. 

Alkohol ist Kulturgut, Genussmittel und Suchtstoff zugleich, in jedem Fall ist dessen Konsum hoch gefährlich in Zusammenhang mit dem lenken bzw. steuern kraftgetriebener Maschinen sowie der Ausführung hochsensibler und verantwortungsvoller Arbeit. Die Gefährlichkeit zeigt sich in den traurigen und schwierigen Schicksalen derer die davon abhängig sind oder infolge einer Alkoholbeeinflussung schwere Unfälle hatten.

 Einige Zahlen, Daten und Fakten (Stand 2006): 

  • Der Anteil der Erwachsenen, die an Alkoholismus erkrankt sind, ist mit 5% (7,5% der Männer und 2,5% der Frauen) zu schätzen (Querschnittdaten).

  • Das entspricht in absoluten Zahlen 340.000 ÖstereicherInnen (250.000 Männer und 90.000 Frauen) haben diese Krankheit. Wenn man annimmt, dass jeder Kranke im Tag fünf Personen damit konfrontiert, so sind täglich 1,7 Millionen Menschen davon unmittelbar betroffen.

  • Laut AUVA (Artikel 2005) nimmt man an, dass jeder dritter Arbeitsunfall alkoholbedingt ist.

  • Erfreulich ist, dass der Anteil der Abstinenten bzw. Fastabstinenten (maximal viermal im Jahr Alkoholkonsum) unter den Erwachsenen im letzten Jahrzehnt von 23% auf 31% angestiegen ist.

 Forschungsergebnisse zeigen, dass Alkoholkranke ihren Leistungspegel nicht über 75% im zeitlichen Längsschnitt steigern können. Das kostet Geld - ein Beispiel:

Ein Unternehmen mit 480 Mitarbeitern und im Mittel € 45.000,-- Bruttolohnkosten je Mitarbeiter, könnte jährlich im Wert von € 125.000,- mehr an Arbeitsleistung lukrieren. Alkoholmissbrauch und Alkoholsucht verursacht hohe Sicherheitsrisiken, Fehler und Qualitätsmängel sowie viele Arbeitskonflikte.

Ein häufig anzutreffendes Muster ist hohe Toleranz, manchmal sogar Verständnis und Mitleid. Meist ist es ein Tabuthema bis was passiert und dann folgt die Entlassung. Rechtzeitiges Eingreifen und gezielte Intervention gäbe Betroffenen aktiv Hilfe bzw. Missbrauchern würde klar, dass sie ihr Trinkverhalten ändern müssten.

Für die betrieblichen Belange geht es um Lösungen die den Arbeitskontext betreffen. Dabei sind alle anderen, persönlichen oder sozialen, Aspekte von untergeordneter Bedeutung. Letztendlich geht es darum, dass der Arbeitsumfang in guter Qualität, zum richtigen Zeitpunkt, erledigt wird.

 Vor diesem Hintergrund sind fünf Ansätze wichtig:

  • Ein Handlungs- und Kommunikationskonzept zur Vorgehensweise im Betrieb, in Abstimmung mit der Belegschaftsvertretung.

  • Eine Betriebsvereinbarung mit klare Regeln und Handlungsanleitungen für Führungskräfte, zur aktiven Grenzsetzung und Vorgehensweisen bei aktuellen Anlassfällen.

  • Reduzierung der verfügbaren Menge und Etablierung einer neuen Trinkkultur ohne alkoholische Getränke.

  • Eine Struktur zur Hilfe für Problemfälle (Betriebsarzt und/oder externe Helfer).

  • Schulung aller Führungskräfte im Umgang mit alkoholauffälligen Mitarbeitern.

Dieser Ansatz auf verschiedenen Ebenen hat zum Ziel, eine alkoholfreie Trinkkultur zu etablieren, Missbrauch zu unterbinden und Abhängige in Behandlung zu bringen.

Zahlreiche Belege zeigen, dass Verbote zwar vordergründig Wirken, das Problem jedoch nicht nachhaltig lösen, sondern Verdrängung und Verleugnung erzeugen. Nur die erfolgreiche Implementierung eines Programms zur betrieblichen Alkoholprävention zeigt unmittelbar ein positives Ergebnis. 

Das Geheimnis erfolgreicher Präventionsprogramme liegt in einer ausgewogenen Vorgangsweise. Diese umfasst konstruktive Hilfe für Abhängige, bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema und klarer Ausrichtung und Regelungen des Betriebes.

Der Nutzen für jeden Betrieb, welcher diesen Aufwand betreibt, ist wahrnehmbar im Image nach innen und außen, der Kultur und in der allumfassenden Leistungsfähigkeit. Die Deutliche Verbesserung bei den Gesundheits- und Sicherheitsdaten, der Arbeitsqualität usw. hilft wirksam die Kosten zu senken.

Dies ist ganz klar ein Mehrwert für jedes Unternehmen und zählt zu den Vorteilen im Mitbewerb am Markt.

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