Beitrag 06/09
Die 8 Regeln für völligen Stillstand in Organisationen ! (von Prof. Dr. Peter Kruse)
Kabarett ist die Überhöhung bzw. Negierung von beobachtbaren Verhalten. Der Unternehmensberater Dr. Peter Kruse stellt kabarettistisch beobachtbare Phänomene in Unternehmen dar, wenn Führungskräften folgende Tipps und Tricks ans Herz legt, damit sie garantiert Stillstand in ihren Organisationen herstellen können.
1. Regel:
Führungskräfte halten sich entweder völlig raus oder sie versuchen alles im Griff zu haben.
Wenn sie alles freigeben so macht sich jeder seine eigene Vision und Richtung im Unternehmen. Wenn sie alles im Griff haben so ist die Organisation maximal so intelligent wie die Führungskraft selbst.
Am besten funktioniert, wenn man alles im Griff hat und dann manchmal plötzlich alles freigibt. Dies ist eine sehr empfehlenswerte Methode um große Konfusion herzustellen.
2. Regel:
Diskussionen über Vision und Richtung finden nur auf der informellen Ebene statt - machen sie Gerüchte.
Folgende Vorgehensweise funktioniert besonders gut. Gehen frühmorgens sie durch eine Abteilung (möglichst nicht ihre) und fragen dort ob es stimmt, dass sie geschlossen wird. Gehen sie sofort weiter und diskutieren nicht darüber.
3. Regel:
Möglichst viele Aktivitäten starten gleichzeitig und intensiv.
Sorgen sie für Überforderung auf allen Ebenen. Führen sie eine Maßnahme der Sekunde, der Minute oder der Stunde ein - bloß nie eine Maßnahme des Monats oder gar des Jahres.
4. Regel:
In der Organisation wird der allumfassende Wettbewerb ausgerufen.
Machen sie klar, dass nur der Leistungsfähigste eine Chance hat im Unternehmen zu überleben. Beginnen sie damit Leistungspools zu schaffen und lassen sie diese gegeneinander antreten, damit man das Niveau sehen kann.
5. Regel:
Es sollte stets und ausdauernd sehr intensiv nach den Verursachern von Problemen gefahndet werden.
Versuchen sie alle Details bis ins Letzte zu ergründen und analysieren sie konsequent und genau. Veränderungen gibt es nur mit genauester Detailkenntnis, mit dem Ziel das Problem punktgenau auszuschalten.
6. Regel:
In keinem Fall wird öffentlich über Regeln diskutiert.
Lassen sie bitte ihre Regeln in Frieden, denn die sind mit viel Energie entstanden, genauestens geprüft sind an sich richtig.
7. Regel:
Beschlüsse sind auf formaler Ebene schnell konsensfähig um dann auf der informellen Eben gründlich in Frage gestellt zu werden.
Sehr beliebt ist dies bei Lenkungs- oder Steuerungsausschüssen, denn je schneller die nicken, desto weniger passiert hinterher. Diese Ausschüsse brauchen ja die Arbeit nicht zu tun und verbraucht wertvolle Zeit.
8. Regel:
Die Veränderungsgeschwindigkeit auf der Beschlussebene ist stets höher als die der Umsetzungsebene.
Machen sie maximale Beschlussdynamik bei minimaler Umsetzungsdynamik. Sie können dabei beobachten, dass es die selbstgesteuerte, lernende Organisation gibt. Die Mitarbeiter nehmen sich zurück bis der nächste Beschluss den vorangegangen eingeholt hat. Die ist ähnlich einem Schnupfen, der eine Woche ohne Arztbesuch dauert und mit Arzt 7 Tage.
In Analogie der neue Beschluss hält ohne Berater 14 Tage mit Berater 2 Wochen.
Als ich diese Tipps zum ersten Mal hörte war ich sehr erheitert und hoffe, dass es allen Lesern so geht. Die beschrieben Muster haben ja nicht mit Wirklichkeiten zu tun.
Ich danke Dr. Kruse für diese Statements.